Der Einsatzbereich von Klimasystemen wird in erster Linie von zwei Faktoren bestimmt. Zum einen sind dies Gebäudetechnische Bedingungen, wie zum Beispiel niedrige Geschoßhöhen, gewölbte oder schräge Deckenkonstruktionen oder Auflagen durch Denkmalschutz  usw. Durch die Flexibilität eines Kühldeckensystems gibt es kaum Hindernisse, die einen Einsatz unmöglich machen. Kühldecken passen sich den Vorgaben an und erfüllen ihre Funktion unter den verschiedensten Umständen. Die Konstruktion von Kühldecken ermöglicht einen Einsatz unabhängig von der Deckenkonstruktion.
Als zweites Kriterium steht fast immer die maximal abführbare Kühlleistung im Vordergrund, wobei die thermische Behaglichkeit praktisch immer gewährleistet ist. Ausschlaggebend für die Leistung einer Kühldecke ist u.a. die Vorlauftemperatur, die aufgrund des Kondensationsrisikos (Tauwasserbildung) nach unten begrenzt ist. Grundsätzlich werden Kühldecken so betrieben, dass es an keiner Stelle des Systems zu einer Kondensation von Raumluft kommen kann und dennoch ein Maximum an Kühlleistung erbracht wird. Dabei werden immer die zulässigen Grenzwerte der DIN 1946, Teil 2 für die Strahlungsasymmetrie einer kühlen Decke eingehalten.

Dank der enormen Flexibilität der Kühldeckensysteme können Leistungsanforderungen von bis zu 150 W/m² aktive Kühldeckenfläche abgedeckt werden. Bei der Interpretation der DIN Leistungsangaben ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Messungen unter Standardbedingungen erfolgen um Vergleiche zwischen unterschiedlichen Einbauvarianten und Konstruktionen bzw. Systemen zu ermöglichen.
Einsatzbereich Heizung
Hohe interne Wärmelasten erübrigen rechnerisch über weite Teile des Winters eine Heizung. Zur Vermeidung eines Strahlungsentzuges sowie insbesondere eines Kaltluftabfalls infolge einer kalten Fensteroberfläche wird jedoch üblicherweise ein Heizkörper unterhalb des Fensters plaziert. Dies kostet nicht nur Geld, sondern auch wertvollen Platz, der für eine Möbelierung nicht in Frage kommt.

Beim Einsatz von thermisch aktiven Decken zum Heizen treten gegenüber dem Kühlfall, bezogen auf die Leistung, jedoch andere Parameter in den Vordergrund! Im Heizfall müssen Einflüsse auf die thermische Behaglichkeit sehr genau geprüft werden.

So ergeben sich beim Heizen mit Deckensystemen drei wichtige Kriterien die unbedingt beachtet werden müssen:

  • Die vertikale Temperaturschichtung im Raum
  • Die Strahlungstemperatur-Asymmetrie durch die warme Decke und einer kalten Fassade
  • Der Kaltluftabfall an der kalten Fassade mit den daraus resultierenden Zugerscheinungen

Unter Berücksichtigung des Grenzwertes der DIN 1946 Teil 2 für den senkrechten Temperaturanstieg von 2 K/m, darf bei einer lichten Raumhöhe von ca.   3 m die Temperaturdifferenz der Luft zwischen Boden und Decke maximal etwa 6 K betragen. Das zeigt, daß Heizen mittels Decken unter Einhaltung der Behaglichkeitskriterien nach DIN 1946 Teil 2 nur in Fällen mit begrenztem Wärmebedarf (< 40 W/m²) möglich ist. Der Lüftungsbedarf bei freier Lüftung mit den für Bürogbäude notwendigen Außenluftanteil kann daher unter Einhaltung der Behaglichkeitskriterien in den meisten Fällen nicht aufgebracht werden. Ggf. kann eine Brüstungs-Wandheizung Abhilfe schaffen.

Die Grafik zeigt die maximale Heizleistung einer Kühldecke, wenn die physiologisch zulässige Grenztemperatur bei 75% der maximalen Heizlast gerade erreicht wird.

Darstellung einer typischen Temperaturschichtung im Raum, die beim Heizen mit einer Konvektionsdecke entsteht

Darstellung einer typischen Temperaturschichtung im Raum, die beim Heizen mit einer Konvektionsdecke entsteht

(Nach A.Kollmar: Wärmephysiologische Berechnungen bei Heizdecken, Strahlplatten und Infrarotstrahlern)

Auch wenn grundsätzlich mit dem Deckensystem geheizt werden kann, bedarf dies immer einer projektspezifischen Beurteilung!

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