Empfundene Raumtemperatur

Eine zentrale Bewertungsgröße der thermischen Behaglichkeit ist die empfundene Raumtemperatur oder auch „operative Temperatur“.
Diese Größe beinhaltet den Einfluss der örtlichen Umschließungsflächentemperatur und der örtlichen Lufttemperatur. Für eine genaue Berechnung sei auf die DIN EN ISO 7730:2003 [5] verwiesen. Vereinfacht lässt sich die empfundene Temperatur als Mittelwert zwischen der örtlichen Strahlungstemperatur und der Lufttemperatur beschreiben. Daraus folgt, dass sich eine unbefriedigende Raumtemperatur durch eine entsprechende Änderung der Oberflächentemperatur kompensieren lässt (vgl. DIN EN ISO 7730:2003). Zur Erzielung von Komfort ist dies jedoch nur innerhalb von bestimmten Grenzen möglich.

Die DIN 1946-2:1994-01 gibt Empfehlungen für die empfundene Temperatur in Abhängigkeit der Außentemperatur. Im Heizfall ist bei Verwendung von Quellluftsystemen im bodennahen Bereich eine Temperatur von 20 bis 22°C zugelassen. Im Sommerfall sind Temperaturen von 25 bzw. 26°C zugelassen, die bei hohen sommerlichen Außentemperaturen und kurzfristig auftretenden hohen inneren Wärmelasten sind höhere Werte der empfundenen Temperatur annehmen dürfen. Das Maximum der empfundenen Temperatur ist mit 27°C bei 32°C Außentemperatur definiert. Für noch höhere Außentemperaturen macht DIN 1946-2 leider keine Aussage.

Lufttemperatur und Strahlungstemperatur

Die Lufttemperatur kennzeichnet die Temperatur in Gebäuden bzw. Aufenthaltsräumen von Personen. Repräsentative Aussagen durch die Lufttemperatur lassen sich nur außerhalb von Grenzschichtbereichen (Mensch, Bauteile, etc.) treffen.
In einfachen Fällen, bei denen die Luftfeuchte, Luftgeschwindigkeit und Wärmestrahlung keinen erheblichen Einfluss auf das Raumklima ausüben, wird die Lufttemperatur zur Beurteilung der thermischen Behaglichkeit herangezogen. Bei einer detaillierten Betrachtung muss jedoch berücksichtigt werden, dass neben der Lufttemperatur auch die Strahlungstemperatur entscheidend den Wärmehaushalt des Menschen beeinflusst. Sie setzt
sich aus den Oberflächentemperaturen aller Umschließungsflächen, gewichtet mit den lokalen Einstrahlzahlen (geometrisches Sichtverhältnis zwischen Bauteil und Person) zusammen. Nach der Gewichtung aller Oberflächentemperaturen erhält man eine mittlere Strahlungstemperatur
(Ganzraumstrahlungstemperatur).
Bzgl. der Lufttemperatur ist zusätzlich auch der vertikale Temperaturgradient im Raum für die thermische Behaglichkeit von Bedeutung. Nach DIN 1946-2:1994-01 darf dieser höchstens 2 Kelvin pro Meter Raumhöhe betragen. Dabei sollte eine Lufttemperatur von 21°C in 0,1m über den
Fußboden nicht unterschritten werden.

Quelle: ROM Umweltstiftung

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