Hohe Luftfeuchtigkeit in geschlossenen Räumen, z.B. durch viele Personen, Naßzellen usw. oder durch Eindringen von feuchter Außenluft können zu Tauwasserbildung an den kühlsten Flächen im Raum führen. Bezogen auf eine Vorlauftemperatur von 16°C kann es in unseren Breitengraden nur über einen Zeitraum von 2 bis 3% der gesamten Betriebszeit einer Kühldecke zu Kondensaterscheinungen kommen.

In diesem Zeitraum würde es theoretisch zu Kondensatbildung an den kühlsten Stellen kommen, wenn der Feuchtigkeitsgehalt der Raumluft jener der Außenluft entspricht. Praxiserfahrungen zeigen jedoch, daß viele Baumaterialien wie Gips, Beton, Teppichbeläge usw. den Luftfeuchtigkeitsanstieg im Raum verzögern.

Dennoch wird diesem Punkt beim Kühldeckensystem besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Zur Systemabsicherung wird ein sogenannter Kondensationswächter mit einem Anlegefühler eingesetzt welcher auf der Vorlaufleitung der Kühldeckenverrohrung angebracht wird. Dabei ist darauf zu achten, daß der Bereich des Feuchtefühlers von Raumluft umspült wird. Bei geschlossenen Decken sollte im Bereich des Kondensationswächters zusätzlich eine Raumluft-Verbindung hergestellt werden. Bevor sich Tauwasser bildet, meldet der Feuchtesensor bei ca. 85% r.F. Kondensat, dann können nachstehende Funktionen ausgelöst werden:

1. Die Vorlauftemperatur wird bei Kondensationsgefahr zentral
sofort um ca. 1 K erhöht (Sonderausführung).

2. Über das Zonenventil wird die gefährdete Regelzone von der
Kaltwasserzufuhr abgeschnitten.

Sinkt die vorhandene Feuchte wieder stellt sich das ursprüngliche Regelverhalten wieder ein.

Grundsätzlich ist im Fall 1 die Verzögerung vom Moment der Temperaturerhöhung bis zu Erreichen an der Regelzone zu berücksichtigen. Bei extrem langen Zuleitungen kann unter Umständen eine kurzzeitige Kondensation nicht verhindert werden.

Im Fall 2 sind die Stellzeiten der Ventilantriebe so gering, daß es auch dann nicht zu Kondensatbildung kommen kann.

TaupunktüberwachungSofern Zuleitungen durch fremde Regelzonen geführt werden müssen zusätzliche Feuchtesensoren montiert werden, oder die Zuleitungen werden entsprechend isoliert.

Eine weitere Möglichkeit stellt eine sogenannte gleitende Vorlauftemperaturregelung dar.

Hierbei wird sowohl die Luftfeuchtigkeit als auch die Lufttemperatur (vorzugsweise in der Abluft) gemessen. Die Vorlauftemperatur der Kühldecke wird über das Primärventil in einem Bereich von 1 K Sicherheitsabstand über Taupunkttemperatur geregelt. Somit ist eine ständige Einsatzbereitschaft der Kühldecke gewährleistet und die Kühlleistung kann über weite Zeiträume wesentlich gesteigert werden, da in Abhängigkeit der Luftfeuchtigkeit auch tiefere Vorlauftemperaturen als 16°C gefahren werden können.

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